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Grußwort IFTF 2020

Grußwort IFTF 2020

Ich bin mehr als glücklich darüber zu wissen, dass Barbaras Internationales Frauen*Theater-Festival stattfindet. Ich bin es auch vonseiten des Magdalena Projekts,  dem internationalen Netzwerk für Frauen im zeitgenössischen Theater. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass alle Beteiligten, Künstler*innen, Organisator*innen, Techniker*innen und das Publikum, eine wahrhaft bereichernde Erfahrung machen werden.

In dieser seltsamen und distanzierten Zeit, die wir gerade durchleben, müssen wir Wege finden, uns zu verbinden, miteinander zu sein und uns der Isolation zu widersetzen. Livestreams sind eine Möglichkeit, das zu tun. Wir können unsere Arbeit gegenseitig mitbekommen und (digital) füreinander da sein. Aber wir alle wissen, dass ein Livestream nicht die lebendige Begegnung ist, die wir alle am Theater schätzen;  im selben Raum anwesend zu sein, Energie und Konzentration auszutauschen und Ideen im Livemedium der Performance zu teilen. Diese Zeiten verlangen von uns, anders zu denken.  NEU zu denken. Wie können wir Liveness aufrechterhalten, während wir innerhalb der Guidelines bleiben, die von unseren verwirrten, manchmal inkompetenten Regierungen vorgegeben werden? – Wir versuchen alle, safe zu bleiben.

Wir müssen aus den gewohnten Strukturen, die wir Theater nennen, heraustreten, und das Herzstück dessen definieren, was es wirklich ist: ein Live-Austausch. Das kann auf vielen unterschiedlichen Wegen stattfinden.  Jetzt ist die Zeit für Neu-Erfindungen gekommen! Theater muss nicht auf einer Bühne und nicht in einem Theatergebäude stattfinden und auch nicht mit einem Publikum, das schweigend im Dunkeln sitzt, während es denen zusieht, die auf einer erhöhten Bühne mit auf sie gerichteten Scheinwerfern ihre Ideen und Wahrheiten aussprechen. Theaterleute können vielmehr Begegnungen in unzähligen Formen und Gestalten erfinden – wir müssen nur im wahrsten Sinne des Wortes über den Bühnenrand schauen. Viel Experimentieren kann zwar zu vielen Fehlschlägen führen, aber aus einem Misthaufen können schließlich auch wunderschöne Blumen erwachsen.

Ich bin sicher, dass die Begegnungen, Diskussionen und Performances, die in diesen Tagen angeboten werden, diese zeitgenössischen grenzüberquerenden und kulturübergreifenden Debatten und Gedanken weiter schüren werden. Und ich hoffe, dass noch viele ihre Komfortzone verlassen und Fehlschläge riskieren werden, damit wir in diesen seltsamen, herausfordernden und aufregenden Zeiten neue Wege gehen können.

Grußwort IFTF 2020
Jill Greenhalgh

Gründerin und Künstlerische Leitung – The Magdalena Project

 



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