Ein Projekt von

Über uns

Das Internationale Frauen*Theater-Festival (IFTF) hat einen feministischen und kollektiven Anspruch und wird von Frauen* des Freien Theaterensembles antagon theaterAKTion und Unterstützer*innen von protagon e.V. sowie Freund*innen des Festivals organisiert. Was das Festival selbst ist, entwickelt sich auf dem Weg und ist gleichzeitig das Resultat dieses Prozesses. Ziel ist es, in einem solidarischen Rahmen künstlerische Arbeiten von Frauen* auf die Bühne zu bringen und damit ihre Sichtbarkeit in der darstellenden Kunst zu erhöhen. Das Projekt findet zum vierten Mal in Folge im Rahmen kollektiver Strukturen und in kollektiver Verantwortung statt und setzt sich damit nachhaltig für eine künstlerische Veränderung der Dynamik von Machtverhältnissen ein. Die künstlerische Leitung liegt bei Bárbara Luci Carvalho. Sie ist Mitglied bei The Magdalena Project, einem internationalen Netzwerk von Frauen* im zeitgenössischen Theater. Das Festival repräsentiert diese Projekt in Deutschland und wächst jährlich in der internationalen Sichtbarkeit.

Danke an Patricia Scheld, die diese Zeichnung während der Foren des Festivals erstellte.

Warum ein Frauen*Theater-Festival?

Eine Betrachtung der bundesweiten Situation spiegelt die lokale Situation an Theatern und die Sichtbarkeit von Theatermacher*innen wieder: mit 22% Intendant*innen, 30% Regisseur*innen und 24% Autor*innen (Stand 2014) sind Frauen* im Theater unterrepräsentiert. Das IFTF ist das erste zeitgenössische Frauen*Theater- und Performance-Festival in Frankfurt. Seit 2017 schafft es in einem internationalen und selbstorganisierten Rahmen Platz für feministischen Ausdruck. Auf der Bühne und im Publikum können alle sein, als Regisseur*innen und in anderen Schlüsselpositionen wünschen wir uns explizit Frauen*. Denn: Wem die Bühne gehört, ist keine immerwährende Tatsache, sondern eine Frage von Aushandlung und Intervention. Helfende Hände und ein respektvoller Umgang sind aber vonseiten aller Geschlechter gern gesehen und wir laden Männer herzlich dazu ein, Frauen* als Protagonist*innen des IFTF’s zu erleben.

Das Internationale Frauen*Theater-Festival ist Teil des Magdalena Projects, ein dynamisch, interkulturelles Netzwerk für theaterinteressierte Frauen. Seit 1986 verbindet dieses Frauennetzwerk verschiedene Performancegruppen sowie Menschen, die das künstlerische Schaffen von Frauen unterstützen möchten. Im Fokus steht die Auseinandersetzung in der Darstellenden Kunst, mit Theaterübungen, Unterstützung und Körpertraining, Performance und Research sowie Freiraum für Diskussionen und Reflektionen.

 

Kollektiver Aushandlungs- und Performanceraum 2020

Das diesjährige Thema ist „Collective Empowerment Across Borders“. Im Mittelpunkt steht die Aufgabe der Kreation eines gemeinsamen Raumes – ein Freiraum zur gegenseitigen Bestärkung, geopolitische, vergeschlechtlichte und altersbezogene Grenzen in uns aufzuspüren, über die verinnerlichten Beschränkungen hinauszugehen und künstlerisch auszudrücken. Hierbei hinterfragen wir: Wie kann Kulturarbeit feministisch und solidarisch wirken? Was brauchen wir als Frauen* in der Kunst für eine grenzenlose Arbeit?

Auch das 4. IFTF soll wieder sowohl den Charakter eines Festivals für ein interessiertes Publikum  haben als auch ein Symposium und Expert*innen-Treffen für Frauen* im Theater sein. Theatermacher*innen und Performer*innen treten an 4 Tagen auf, halten Workshops und treten in Austausch mit dem Publikum und geladenen sozial aktiven Frauen* aus Wissenschaft, Kunst  und Kultur. Die Workshops finanzieren sich durch eine Teilnahmegebühr und sind als Schutzraum vornehmlich Frauen* vorbehalten. Der Eintritt zu allen weiteren Veranstaltungen ist frei und für alle Geschlechter.

Das Kulturevent findet in physischer sowie digitaler Form unter Berücksichtigung aller Hygieneauflagen statt. Die Besucher*innen-Zahl ist limitiert.

Das Sternchen (*)

steht für die Menschen, die sich selbst weiblich definieren. Das Internationale Frauen*Theater-Festival ist eine Plattform für alle Frauen*. Welche geschlechtliche Identität oder Sexualität sich ein Mensch selbst zuschreibt, gehört zum feministischen Empowerment-Prozess genauso dazu wie die Förderung von Menschen unabhängig ihrer Herkunft, Religion oder Alters. Ausgrenzungen aufgrund von gruppenbezogenen Pauschalisierungen sind Rassismus. Männer* sind bei den Theateraufführungen, Performances und Foren willkommen. Die Workshops bleiben Schutzraum für Frauen*.