Das IF*TF ist das erste zeitgenössische Frauen*theaterfestival in Frankfurt am Main. Seit 2017 schafft es in einem internationalen und selbstorganisierten Rahmen Platz für feministische Prozesse. Auf der Bühne und im Publikum können alle sein, als Regisseur*innen und in anderen Schlüsselpositionen wünschen wir uns allerdings explizit Frauen*. Warum machen wir das? Bestimmt haben sich einige von euch diese Frage schon gestellt.
Unsere Antwort ist:
Weil Frauen* in der Darstellenden Kunst immer noch benachteiligt sind.
Hier einige Zahlen:
– Nur 32% der Regisseur*innen und Drehbuch-Autor*innen am Theater sind
Frauen, aber in Kostüm und Maske sind es 70%. [2020]
– Frauen in Berufen wie Dramaturgin oder Aufnahmeleiterin in
Theater, Film und Fernsehen verdienen bis zu 26% weniger als ihre Kollegen – der
Gender Pay Gap ist damit um vieles höher als im Bundesdurchschnitt. [2018]
Quelle: Deutscher Kulturrat – Frauen und Männer im Kulturmarkt -Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage.
Daran wollen wir etwas ändern! Aber wie machen wir das?
Wir vom IF*TF haben 2017 ein Festival ins Leben gerufen, das:
– Frauen* in den Vordergrund stellt. Wir möchten, dass Schlüsselpositionen wie die der Regisseur*in und generell im Fokus nur Frauen* stehen.
– Wir formulieren jedes Jahr ein Thema, an dem sich die Beiträge inhaltlich orientieren können. Dabei stellen wir feminismusrelevante Fragen und möchten, dass sich mithilfe eurer Antworten und Ideen der Diskurs weiterentwickelt und eine Community ensteht.
– Wir möchten intersektional arbeiten: Frauen* außerhalb der Cis-Erfahrung, mit Migrationshintergrund, Behinderung oder klassenspezifischer Diskriminierung sind strukturell besonders benachteiligt. Diese Perspektiven wollen wir verstärkt einbeziehen.
– Wir laden Männer* ein, die Rolle, die ihnen von der Gesellschaft zugeordnet wird, zu verlassen und Zuhörer zu sein.
– Wir fördern Frauen* und Mädchen*-Workshops, die speziell auf ihr Empowerment ausgerichtet sind.