Internationales Frauen*Theater-Festival

Feminist Futures Galerie

Im Rahmen des diesjährigen Internationalen Frauen* Theater Festivals unter dem Motto „Feminism (Inter)Generational“ wünschen wir uns einen generations- und kulturübergreifenden künstlerischen Austausch und möchten unser Frauen*-Forum auch multidisziplinär gestalten. Deshalb erschaffen wir in diesem Jahr mit unserer Galerie einen Ausstellungsort für Künstler*innen verschiedenster Medien: Skulpturen, Video, Foto- und Bildarbeit, Illustrationen mündlich überlieferter Geschichten und Familientraditionen und Installationen finden hier ebenso eine Plattform wie Zeichnungen und Malerei, Bühnenbild und Kunsthandwerk.

In diesem Jahr gehen das IFTF und Projekt Orbit24 eine Kooperation ein. Die in den vergangenen Jahren begonnene Sparte der Bildenden Kunst als Teil des Festivals wird in diesem Jahr durch weitere größere Ausstellungsmöglichkeiten erweitert, dafür – und nicht nur dafür- ist Projekt Orbit24 mit im Boot. Bildende KünstlerInnen sollen Teil des generationalen, kulturellen und medialen inklusiven Diskurses werden und so aktiv zum feministischen Narrativ in der Kunst beitragen.

Kuration: Effi Bodensohn, Anna D’Errico, DeDe Handon, Eva Weingärtner

Projekt Orbit24 ist ein Kunst- und Kuratorisches Projekt von DeDe Handon und Eva Weingärtner, und befindet sich im Atelier Orbit24 in der Orber Straße 24 genau gegenüber und mit Blick auf das Protagon Kulturgelände. Die Ausstellung wird von Montag bis Sonntag von 17-23 Uhr zu sehen sein teilweise im Orbit24 und auf dem Protagon Kulturgelände.

Vernissage mit Führung
 
Montag 18.09.2023
18:00 Uhr
ORBIT24
Lesung Madar’s Tales
Sara Nahid Abtahi & Maryam Abtahi
 
Geschichten Lesung auf persisch und deutsch aus dem Buch Madar’s Tales von Sara & Maryam Abtahi. Für alle ab 5 Jahren. Ca. 30  Min.
 
SAMSTAG 23.09.2023 
18:30 Uhr
ORBIT24

Über die Künstler*innen:

Berit Jäger wurde 1971 geboren, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in der Nähe von Mainz. Ihr Studium der freien bildenden Kunst absolvierte sie in der Klasse für Medienkunst bei Prof. Dieter Kiessling an der Kunsthochschule in Mainz. Nach dem Diplom studierte sie zwei Semester als Meisterschülerin in der Klasse für künstlerische Fotografie bei Professorin Judith Samen. 2010 erhielt Berit Jäger den Förderpreis der Rheinland-Pfalz Bank. Darauf folgten das Balmoral Stipendium mit einem 6- monatigen Aufenthalt in Paris, Projektstipendien Fokus Kultur, und eine Förderung vom BBK-Bundesverband. Berit Jäger arbeitet zu den aktuellen Themen der Zeit, entwirft ganze Räume oder Bühnen zu einem Thema und bedient sich dabei der gesamten Bandbreite an Medien. Der räumliche Aufbau von Medienbildern ist für die Künstlerin von großer Bedeutung. In Videos spielt sie etwa mit Bildebenen, indem sie verschiedene Projektionsflächen kombiniert. Auch Fotografien finden im Raum statt, so dass sich die Betrachtenden dazu positionieren müssen, sei es zu winzigen Karten oder zu großen Arrangements.


Schleierhaft – Fotoserie
Hier steht der Frauenkörper als kulturelles Zeichen im Vordergrund: die Frau als aufopferungsvolle Arbeitskraft im Haushalt, als Heilige, als erotisches Objekt. Die jeweiligen Attribute führt Jäger durch Übertreibung und überraschende Kombination ad absurdum. 

Website: https://jaeger-arts.com

Credits: Eda Temucin

Die Malerin und Objektkünstlerin Charlotte Rahn (geb. 1989 in Florsheim am Main) absolvierte ihr Diplom im Fachbereich Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach 2020. Nach dem Abschluss des Studiums folgten mehrere Ausstellungsprojekte, wie die erste Einzelausstellung im saasfee* Pavillon in Frankfurt (2021), sowie die Zusammenarbeit mit der projektbezogenen Galerie XPINKY in Berlin. Darüber hinaus war sie 2020 und 2021 als Mitglied des Kollektivs KlimaKriseKlitoris aktiv und hat bereits an einem Film sowie an einem Kunst- und Performancefestival (2021) in Berlin mitgewirkt.

Seit 2018 ist sie als freischaffende Künstlerin aktiv, sowie als Kunstkursleiterin bei Workshops für Kinder und Jugendliche, als Fotoassistenz bei diversen Fotoproduktionen und als Grafikerin für künstlerische Projekte tätig.


Fotography: Moritz Bernoully

ERWECKE DIE GOTT* IN DIR

In der Arbeit ERWECKE DIE GOTT* IN DIR nimmt Charlotte Rahn direkten Bezug auf eine Kampagne der Firma Gilette, die auf eines der berühmtesten Gemälde der Kunstgeschichte anspielt, auf Botticellis „Die Geburt der Venus“. Der Slogan des gleichnamigen Damenrasierers „Erwecke die Göttin in dir“ suggeriert das vermeintlich erstrebenswerte Ideal: ein glatter, reiner und makelloser Frauenkörper. Der modifizierte Werbespruch ziert eine prall aufgeblasene Muschel, im kunsthistorischen Kontext ein Sinnbild für Weiblichkeit und Jungfräulichkeit. Charlotte Rahn spielt jedoch mit den Genderklischees, indem sie nahezu provokativ eine Farbgebung aus Rosa- und Blautönen wählt und dem Titel der Arbeit ein Gendersternchen* hinzufügt. Die Muschel wird somit zum Zwitterwesen, das sich selbst in seiner Identität sowie malerisch in seiner Materialität aufzulösen scheint.  

(Text: Vivien Kämpf, 2021)

DeDe Handon, Geboren in New York.

  • 1982 – 87 Hochschule für Bildende Künste Braunschweig 
  • Braunschweig University of Art
  • bei/with Hermann Albert, Peter Voigt 
  • 1987 Meisterschüler HfBK Braunschweig/MFA HfBK Braunschweig
  • Stipendium/Fellowships/Grants
  • Arbeitsstipendium Hessische Kulturstiftung 
  • Brückenstipendium Hessische Kulturstiftung
  • Stipendium Stiftung Kunstfonds
  • Atelier Stipendium für Bildende Kunst 2020/2023 der Stadt Frankfurt am Main

Arbeitet seit 1993 in Frankfurt am Main als freischaffende Künstlerin. Betreibt seit 2018, gemeinsam mit Eva Weingärtner, das Kunstprojekt Atelier Orbit24 Works and lives in Frankfurt am Main, Germany . Runs since 2018, together with Eva Weingärtner, the art project Atelier Orbit24.


Last Drop

Die Installation Last Drop thematisiert den letzten Tropfen Blut des weiblichen Homo sapi- ens, bevor sie in die Menopause wechseln. Ist dieser Zustand eingetreten, beginnt für das weibliche Wesen die unwiederbringliche Phase der Unfruchtbarkeit. Wir Menschen wissen um diese Phase. Und wir wissen auch, dass wir die fruchtbare Zeit zur Reproduktion nutzen.Für Last Drop habe ich die den Frauen historisch zugeordnete Tätigkeit des Stickens ver- wendet. Mit rotem Stickgarn habe ich einen letzten Tropfen auf Damenbinden gestickt und in einen kostbaren roten Glasperlentropfen auslaufen lassen. Auf der Rückseite jeder be- stickten Binde ist der ursprüngliche Klebestreifen, der zur Befestigung dient, entfernt und durch einen mit abstrahierten Pflanzengeflechten bedruckten, fragil durchlässigen Sei- denpapierstreifen ersetzt worden. Die Damenbinden als Auffangartikel dienen einerseits als Symbol der im Verborgenen stattfindenden fruchtbaren Phasen. Andererseits sind sie auch extreme Wegwerfartikel, die in der Installation stellvertretend für den unachtsamen und sorglosen Umgang mit Ressourcen unseres Planeten gezeigt werden.Als vernetzte, lebendige Wesen sind wir auf der Erde und darüber hinaus in einem gigan- tischen Kosmos von fragilen Beziehungen eingebunden, die aufeinander beruhen und sichgegenseitig bedingen. Es stellt sich die Frage nach den Bedingungen von Fruchtbarkeit und Bewusstsein, wie wir in bestimmten Zeitspannen agieren müssen. Durch wissenschaftliche Forschung ist uns bekannt, dass unsere Böden, die wir durch Monokulturen rücksichtslos ausbeuten, immer unfruchtbarer werden. Wir entziehen uns unserer eigenen Lebens- grundlage. Offensichtlich wird auch unser Denken noch immer von einer Monokultur der Profitgier gelenkt, mit der wir unser eigenes „Habitat“ zerstören. Mein Grundthema „Ver- netzung“ hat mich in diesem Kontext zur Gaia – Hypothese geführt, die schon in den 1970er Jahren vom Wissenschaftler und Biophysiker James Lovelock und der Biologin Lynn Mar- gulis entwickelt wurde. Nach der griechischen Göttin der Erde benannt, ist mit Gaia aber kein esoterisches Wesen gemeint, sondern die wissenschaftlich basierte These, dass Gaia lebendige Erde, die ständige Interaktion und Vernetzung aller Biosysteme auf diesem Pla- neten bedeutet. Daraus sollte der Erkenntnisgewinn resultieren, dass wir als Lebewesen auf dieser Erde lediglich Teil eines riesigen Verbundnetzes sind und gleichzeitig Verantwortung für das gesamte Netzwerk tragen. Symbiose statt Raubbau. Denn wenn wir nicht achtsam sind, werden wir den Moment der Umkehr verpassen.

Credits: Anne Scheidemann

(F/D) wurde 1984 in Frankreich geboren und lebt derzeit in Deutschland. Sie forscht und kreiert seit 2004 in den Bereichen physisches Theater, ortsspezifische Performance, Skulptur, Butoh-Tanz, Kontaktimprovisation, ganzheitliche Heilung von Körper, Geist und Seele, sowie Meditation, Bewusstsein, Sinnlichkeit, Rituale, östliche und westliche Metaphysik. All diese Bereiche verschmelzen in AIM – Arts in Movement. Die von AIM verwendeten Medien sind ortsspezifische Live-Performances, performance basierte Videoarbeiten sowie von der Natur inspirierte Skulpturen und Bühnenbilder. 

www.karenremy.de 


SOUL TREE Skulpturen

Ein SOUL TREE erwächst in einem langen meditativen transformativen Prozess. Jeder Draht wird hunderte Male gedreht, bis die geraden kalten Metalldrähte die natürlichen Windungen eines Baumes in Stamm, Ästen erscheinen sowie Wurzeln, die den Basisstein umschlingen. So entsteht aus den Bestandteilen ein neues Wesen – ein Seelen Baum. 

Mein ganzes Leben lang habe ich eine tief gehende Verbindung zu Bäumen und Steinen. Ich spüre ihre Energie & den unglaublich langsamen Tanz der Jahreszeiten, der sie hat zu dem werden lassen was sie jetzt sind.

Bäume sind stille Begleiter unseres Seins. Der Baum atmet die Luft (O2) aus, die Du zum Leben brauchst. Deine Ausatmung gibt ihm das zurück was er braucht (CO2).  Die Bäume und Du ihr seid seit Beginn Deines Lebens über den Atem verbunden. Steine tragen die uralte Weisheit der Erde in sich… Sie speichern Wissen, senden Schwingungen aus. Sie reagieren auf energetischer & chemischer Ebene mit unserem Körper, Geist, Unterbewusstsein & Verstand. Sie haben auch Wirkungen auf den gesamten Raum. Auch in meiner Performance Arbeit mit der Natur sind Bäume & Steine enorm wichtig für mich. 

Der Film SOUL TREES – Steady in the Winds of Change 

(Dokumentarfilm von ortsspezifischer Performance und Skulptur zum Thema Verwurzelung)

Ein berührender Tanz Film, der die Zeit langsamer vergehen lässt & sich aus verschiedenen Perspektiven immer wieder dem Kern annähert:  Sein, Atmen, Moment, Präsenz.

“Wie lang sind zwei Jahre im Leben eines Baumes? Wie lange erscheinen sie für einen Menschen?

In der Natur & mit Bäumen zu sein war für mich eine große Unterstützung in Zeiten der Pandemie. Als sich die Welt auf den Kopf stellte. In diesen Zeiten des Wandels, die wie ein Sturm über die Welt zogen, wie konnten wir da in uns selbst verwurzelt bleiben?”

“Begegnet einem Baum ein Hindernis, so wächst er in die freie Richtung. Stürzt er um, so bildet er neue Triebe ins Leben. Sein Fokus liegt nicht auf dem Problem, sondern auf der Möglichkeit zu leben. Doch dafür braucht er die Verwurzelung in der Erde.

Welche Zuversicht und Verwurzelung können wir Menschen aus der Natur-kontemplation und der urigen Kraft der Bäume empfangen?

Die Zeit des Lockdowns hat sowohl die Verbindung zur parallelen digitalen Welt oder die Rückbesinnung zur Natur gefördert. Welche Kraft kann ein Mensch gerade in dieser Zeit daraus schöpfen, sich von den Digitalen Medien für eine Weile zu entfernen und in die Begegnung mit der Natur zu gehen?“

Michelle Patricia Röhl wuchs in Süddeutschland in einer Gastronomie-Familie auf. Beeinflusst von ihrer Mutter, die ihre Kreativität sowohl zeichnerisch als auch kulinarisch auslebte, begann sie schon als Kind sich durch die Charaktere, die sie aufs Papier gebracht hat, auszudrücken. In ihrer ersten Solo-Ausstellung in der Galerie Plattform Garten in Rot an der Rot, ging es um das Empfinden junger Trauender. 2021 schloss sie ihr Grafik Design Diplom mit einem Schwerpunkt auf Illustration ab. Aktuell arbeitet sie für den Kulturverein protagon e.V. international performing arts, studiert an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und strebt das Handwerks des Puppenbaus an.


Die Gezeichneten sind Papierpuppen von Charakteren, denen etwas fehlt, und die manchmal auch auf der Suche sind.

Die Fotografien der Serie „Haut ist mein Papier“ sind in Zusammenarbeit mit den abgebildeten Frauen entstanden. Im persönlichen Gespräch hat Michelle sie befragt, was die „Knotenpunkte“ ihres Lebensfadens waren. Was hat sie geprägt? Inspiriert davon hat Sie Zeichnungen angefertigt, und diese als Tattoos auf die Haut Ihrer Porträtierten gebracht.

Das Leben ist voll von „Traps of Distractions“. Ein junges Mädchen spürt sich selbst durch viele weiche Matratzen und Decken, dass unter diesen eine Erbse liegt, und schläft deswegen schlecht. „What’s under my blanket?“ beschreibt das Gefühl, wenn man abends ins Bett geht, plötzlich alles ganz still wird und bloß dieses mulmige Gefühl in einem bleibt. Was ist Eure Erbse? Geht auf die Reise und schaut nach, was es zu „Ent-decken“ gibt.

 

Razan Sabbagh beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Identitäts- und soziopolitischen Themen und hinterfragt unterdrückerische Machtstrukturen, indem sie beispielsweise die politische Infrastruktur von Gefängnissen untersucht. Die Künstlerin sammelt häufig mündlich überlieferte Erzählungen und Geschichten oder nimmt vorhandene Texte, Interviews oder Zeugnisse als Ausgangspunkt für ihre Arbeit. Ihre minimalistischen Installationen, Videos und Performances erforschen oft die Beziehung zwischen Kunst, Aktivismus, Ästhetik und Macht. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt teilgenommen, darunter im Museum für Kunst und Gewerbe, auf Kampnagel und im Talia Theater in Hamburg, im Sharjah Art Museum in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Goethe-Institut in Paris und im Casino Display in Luxemburg.


Keep an eye on you

Video Performance, 6:00 mins, loop 2022

Diese Videoperformance ist eine Reaktion auf die voreingenommene und diskriminierende Art und Weise, in der einige westliche Medien das Leiden einiger Gruppen von Menschen als bedeutender darstellen, indem sie ihr europäisches Aussehen als Faktor anführen. Sie zielt darauf ab, die Wahrnehmung des Betrachters hinsichtlich der Funktion und des Zwecks der Frage “Wie sehe ich aus?” in ihrer doppelten Bedeutung herauszufordern, indem eine Nahaufnahme von Sabbaghs Auge gezeigt wird, wie sie versucht, grüne Linsen aufzusetzen, aber immer wieder scheitert.

Der sich wiederholende Akt dekonstruiert nicht nur die Funktionalität des Auges und enthüllt es als Objekt, sondern ruft auch Gedanken darüber hervor, wie Politik unser Verständnis von Schönheit, Identität und Wert prägen kann.

Die Fragen, die über den Zweck des Aktes aufgeworfen werden – ob es darum geht, besser auszusehen, besser zu sehen oder auf eine “bessere” Weise angesehen zu werden – stellen die Annahmen des Betrachters über die Beziehung zwischen Aussehen und Akzeptanz in Frage.

 Die Videoperformance wirft umfassendere Fragen darüber auf, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und mit ihr interagieren und wie unsere Identität durch externe Faktoren wie die Darstellung in den Medien und gesellschaftliche Erwartungen geformt werden kann.

Eva Weingärtner wurde 1978 in Worms geboren. Sie studierte an der HFG Offenbach von 2000-2006. Seit 2007 arbeitet sie als freischaffende Bildende Künstlerin mit nationaler und internationaler Ausstellungstätigkeit. Ihren Arbeitsschwerpunkt im Genre Performance Art entdeckte sie während des Studiums und behält ihn bis heute bei. Sie erhielt unter anderem ein Stipendium der Künstlerhilfe Frankfurt, ein Stipendium der Stiftung Bonner Kunstfonds und den ZONTA Preis für Moderne Kunst. Performance ist für sie unter anderem eine Herangehensweise, ein Moment der besonderen Konzentration, ein Weg die Zeit zu dehnen. Seit 2018 betreibt Eva Weingärtner (gemeinsam mit DeDe Handon) das Kunstprojekt ATELIER ORBIT24.


Ahnen ( hier: Urgroßvater), Fotoserie ( Kamera: Ivan Labalestra)

Ancestry

Ich habe Gesichter meiner Ahnen auf mein eigenes Gesicht projiziert und davon performative Fotografien angefertigt. Ich selbst saß im Licht des Projektors und erzählte dem Kameramann zu der jeweiligen Fotografie eines Vorfahren, dessen/deren Geschichte. In einem weiteren Arbeitsschritt habe ich mein Gesicht mit Heilerde beschichtet und die gleichen Ahnen erneut auf das diesmal weiße Gesicht projiziert. Auch davon entstanden Fotografien.

„(…)”das ist mein Urgroßvater“, sagt Weingärtner und zeigt auf eine Farbfotografie. das Konterfei des letztlich an den Folgen seiner Verletzung verstorbenen Vorfahren ist dort als Schwarz-Weiß-Projektion zu erahnen, die auf eine geisterhaft und statuarisch wirkende Figur fällt. Das Bild stammt aus Weingärtners Serie „Ahnen“, die auf sie projizierte Fotografien ihrer Urgroßväter und -mütter zeigt und, so die Künstlerin, die erste Stufe eines größeren 

künstlerischen Projekts darstellt. 

Eva Weingärtner spricht von einer „performativen Form der Versöhnungsarbeit“ mit ihrer Familie. es geht ihr unter anderem um die Frage nach der Vererbbarkeit des durch vorangegangene Generationen erlebten, aber auch um „Auseinandersetzung mit der Täterschaft im zweiten Weltkrieg“ – letztlich also um das Erbe einer deutschen Durchschnittsfamilie. „ich erlebe oft eine Bezugslosigkeit in Familien in diesem Land“, beklagt die 1978 geborene Absolventin der offenbacher Hochschule für Gestaltung. daher versuche sie, „es zu verstehen und Bezug zu finden“. (…) „ Eugen El, FAZ, 3.11.2022

Sara Nahid Abtahi wurde 1979 in Teheran, Iran, geboren. Im Jahr 2004 machte sie ihren Bachelor-Abschluss in Grafikdesign an der Azad-Universität in Teheran. Seit 2008 lebt sie in Deutschland, wo sie ihr Zweitstudium in Kunst/Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG Offenbach) absolvierte. 

Heute lebt und arbeitet sie in Offenbach am Main als Illustratorin und arbeitet an verschiedenen Kunstprojekten, unter anderem in Zusammenarbeit mit ihrer Schwester Maryam Abtahi, wo sie ihre gemeinsamen kreativen Interessen erkunden.

www.saraabtahi.com


Madar’s Tales

Madar’s Tales ist eine Sammlung traditioneller persischer Geschichten, die innerhalb unserer Familie mütterlicherseits über Generationen weitergegeben wurden.

Als letzte Geschichtenerzählerin in dieser Kette hat unsere Mutter Mehrnoush diese Geschichten in ihrer Telegram-App aufgeschrieben und sie uns in digitaler Form zur Verfügung gestellt. Diese Märchen entstammen einer weiblichen Erzähltradition, und die Wünsche und Hoffnungen der Erzählerinnen spiegeln sich in den Inhalten der Geschichten wider.

Zurzeit arbeiten wir an einem Buch, das diese zauberhaften Geschichten zusammen mit unseren Illustrationen präsentiert. Mit diesem Vorhaben wollen wir das Erbe der Erzähltradition unserer Familie durch neue Medien und Formate aufrechterhalten und mit einem breiteren Publikum außerhalb unseres Familienkreises teilen.

Lesung: 

Am Samstag den 23.09.2023 um 18.30 laden wir euch herzlich ein, im ORBIT24 eine der Geschichten  auf persisch und auf deutsch von der KünstlerIn Sara Abtahi erzählt/vorgelesen zu bekommen.  Für alle ab 5 Jahren. Ca. 30  Min.

Galerie ORBIT24
23.09.2023 – 18.30
Orber Straße, 60386 Frankfurt 
(gegenüber des Protagon Geländes)

Die 1979 in Teheran geborene Maryam Abtahi ist eine bildende Künstlerin, die seit 2013 in Oslo lebt. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Visueller Kommunikation von der Azad-Universität in Teheran. Kürzlich erwarb sie an der Oslo Metropolitan University einen Master-Abschluss in Ästhetik mit dem Schwerpunkt Kunst in der Gesellschaft. Ihre Werke wurden in einer Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen in mehreren Ländern gezeigt.

www.maryamabtahi.com


Madar’s Tales

Madar’s Tales ist eine Sammlung traditioneller persischer Geschichten, die innerhalb unserer Familie mütterlicherseits über Generationen weitergegeben wurden.

Als letzte Geschichtenerzählerin in dieser Kette hat unsere Mutter Mehrnoush diese Geschichten in ihrer Telegram-App aufgeschrieben und sie uns in digitaler Form zur Verfügung gestellt. Diese Märchen entstammen einer weiblichen Erzähltradition, und die Wünsche und Hoffnungen der Erzählerinnen spiegeln sich in den Inhalten der Geschichten wider.

Zurzeit arbeiten wir an einem Buch, das diese zauberhaften Geschichten zusammen mit unseren Illustrationen präsentiert. Mit diesem Vorhaben wollen wir das Erbe der Erzähltradition unserer Familie durch neue Medien und Formate aufrechterhalten und mit einem breiteren Publikum außerhalb unseres Familienkreises teilen.

Lesung: 

Am Samstag den 23.09.2023 um 18.30 laden wir euch herzlich ein, im ORBIT24 eine der Geschichten  auf persisch und auf deutsch von der KünstlerIn Sara Abtahi erzählt/vorgelesen zu bekommen.  Für alle ab 5 Jahren. Ca. 30  Min.

Galerie ORBIT24
23.09.2023 – 18.30
Orber Straße, 60386 Frankfurt 
(gegenüber des Protagon Geländes)

Tanjana Tsouvelis ist eine deutschgriechische Schriftstellerin // Regisseurin ( zuletzt: Whiteout – Theater/Filmessay – von Tanjana Tsouvelis – im Gallus Theater/ breakingsilence – von Tanjana Tsouvelis – im Frankfurter Autorentheater ) // Filmemacherin ( Nea Zoi- bester griechischer Dokumentarfilm und lobende Erwähnung für den Schnitt Dokumentarfilmfestival Kalamata, internationale Filmfestivals, Kinos und Fernsehausstrahlung ) // Schauspielerin ( Landestheater Eisenach, freie Schauspielerin in Berlin, Hamburg, London, Athen ) // studierte Philosophie an der Universität Hamburg/ Schauspielausbildung ‚Ernst Busch‘ in Berlin / Studium des Szenischen Schreibens an der Universität der Künste Berlin// Gastdozentin an der UdK Berlin, Filmuniversität Babelsberg


Portrait 1-12

In einer zunehmend kontaktlosen Gesellschaft braucht es starke Überlebensstrategien. Besonders, wenn man sich an den Rändern der breiten Masse bewegt.  Mit den Portraits hebe ich Frauen unterschiedlichen Alters, aus unterschiedlichen Zusammenhängen und Stadtteilen Frankfurts, aus ihrem anonymen Alltag heraus ins Licht. Jede von ihnen ist eine Persönlichkeit. Eine Farbe. Die Ausstellung schafft den Raum, diese individuellen Charaktere in ihrer Eigenart und Stärke leuchten zu lassen. Sie ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen. Die Photos werden von Fragmenten aus den mit den Portraitierten geführten Gesprächen flankiert, von Dialogfetzen und Fragen. Bilder und Worte sind dabei einander nicht zugeordnet. So können bei den Betrachtenden Fragen provoziert, Vorurteile hinterfragt und Diskussionen ausgelöst werden.