Ein Projekt von

Programm

Workshops

Die Workshops bieten eine künstlerische Erfahrung und einen Austausch während des Festivals und sind Frauen* und Mädchen* gewidmet.

Livestream


Mittwoch 15.09:

20:00, Spiderweb – ANiMA / Anna Orkolainen and Marja Burchard

Donnerstag 16.09:
21:00, Die Unverfügbaren Lektüre-Performance – Die Frankfurter Botschaft

Freitag 17.09:
16:00, Symposium Womxn Performing Selves
19:00, Project.Fail – Alice Nogueira and Ana Clara Montenegro
21:00, Petals – Teatro delle radici

Samstag 18.09:
21:00, In her face oder Die Autorin ist tot  – Antigone Akgün/Hannah Schassner/Léa Zehaf

Sonntag 19.09:
18:30, Variations – Mouvements des Horizons
20:00, Nora – 7women company

Falls Ihr es dieses Jahr nicht zum Festival schafft,
könnt Ihr Euch jederzeit die Videoinstallationen von Pandora’s Box auch online zuhause ansehen:

BOX 1
00:20 • DEAD WOMEN GALLERY * Gao Yinfu English
09:50 • THE ROOSTER OF JEAN CASIMIR * Marta La Torre Rubio non-verbal
11:31 • IM FLEISCHLICHT * Schoarfi-Schoarf-Olé German/music
17:24 • PEARL & THEORY MAKE COMPOST * Kate Clayton and Sophie Seita English
29:03 • COCOONING-COVID * Silvia Maria Philipp nonverbal
32:01 • #NOESTAMOSTODAS * Paloma Eichin and Arantxa Bodenhofer German
49:55 • FLIGHTY MATTERS * Adele Dipasquale English subtitles

BOX 2
00:20 • ALTER EGO part 1 * Aubane Berthommé Martinez non-verbal
01:21 • WHERE THE VOICES GO, HECTIC WITH SUN * Annemarie Wadlow English
20:36 • SCHWACHES HERZ/STARKES HERZ * Marianne Kjær Klausen German + English subtitles
36:57 • GATHERING OYSTERS * Vera Erykalova Russian + English subtitles
44:24 • SUSAN * Juliette Pénélope Pépin non-verbal
55:00 • ALTER EGO part 2 * Aubane Berthommé Martinez non-verbal
56:12 • THE SPACE BETWEEN LIGHT AND DARKNESS * Edith van den Elzen non-verbal

Pandora’s Box

Mi. 15.9. – So. 19.9. | ab 17 Uhr | Kulturgelände von protagon e.V.

Die Büchse der Pandora ist der feministische Container des Festivals; ein Raum, in dem 15 Filme und Videoinstallationen von Künstler*innen während der Pandemie versammelt sind. Bist du bereit, die Büchse zu öffnen? Dann steige die Stufen zu ihren Blechwand hinauf und betritt einen Raum zwischen Fiktion und Realität… Werde Zeug*in von Lebensgeschichten ermordeter Frauen in Deutschland, bestaune eine Raumfahrt im Fleischlicht, betrauere leere Paradiese, beobachte das generationenübergreifende Wachstum von Kompost, begegne künstlichen Intelligenzen und Alten Egos und verpass nicht, wie die Figur der „pretty woman“ in Hollywood-Filmen entsteht! Wenn du erst einmal drinnen bist, kannst du es dir auf den gemütlichen Sitzgelegenheiten bequem machen und dir unser Dauerprogramm ansehen. Weitere Informationen über die Künstler*innen und ihre Werke erhältst du am Eingang und du kannst so lange bleiben, wie du möchtest.

Im Fleischlicht

Schoarfi-Schoarf-Olé

Eine kleine Raumstation eines ehemals ambitionierten, hochkarätig geförderten Raumfahrt-Prestigeprojekts meldet sich nach längerem Verschollensein in Form eines intergalaktischen Konzeptalbums wieder auf der Erde zurück. An Bord: Drei schnurrbärtige Astronaut*innen (Anna Maria Pahlke, Kathrin Frech, Sophia Scherer), losgefahren, um die Welt zu vermissen, lange vergessen, Jause essen! Unklar ist, was sie in der Zwischenzeit erlebt haben und ob sie ihren Wurstvorrat gegen außerirdische Bedrohungen verteidigen konnten.
4 Videos je 4-7 Minuten.

Kathrin Frech (sie/ihr) studierte ab 2017 Angewandte Theaterwissenschaft an der JLU Gießen und an der Academy of Performing Arts in Prag. Als freischaffende Künstlerin war sie mit zumeist kollektiv erarbeiteten Projekten, welche um den Sweetspot des weiblichen Dilettantismus kreisen, bereits bei verschiedenen Festivals präsent. Aktuell arbeitet sie als Kuratorin und Organisatorin für das internationale Performance Festival DISKURS35.

Sophia Scherer ist 1995 in Graz geboren und studiert seit 2017 Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Als Performance- und Videokünstlerin war sie bisher in den Waggonhallen Marburg, im F°LAB Frankfurt, auf der HTA Werkschauwoche sowie beim Fast Forward Festival zu sehen. Darüber hinaus arbeitet sie seit 2020 als Kuratorin und Veranstalterin beim hungry eyes festival.

Anna Maria Pahlke studiert seit 2017 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Dort gibt es mehrere Experimente im Bereich des Hörspiels, der Bühnenperformance, detektivischer Ermittlung und in verschiedenen Videoarbeiten. Das geschieht weiterhin mit großem Durst nach Quatsch und Absurdem, meist im Sweetspot eines universalen Dilettantismus.

Gefördert von:

 

 

 

#NOESTAMOSTODAS

#noestamostodas

heißt so viel wie „Wir sind nicht alle da“ – denn es fehlen die Ermordeten. Der Hashtag wird in Lateinamerika seit Jahren verwendet, um auf Femizide aufmerksam zu machen. Unsere Videos zeigen in jeweils 50 Sekunden Anekdoten aus den Leben ermordeter Frauen in Deutschland: eine Reise, ein neues Projekt, eine Liebe, eine Schwangerschaft. Guacolda Hessen ist eine feministische politische Gruppe chilenischer Migrantinnen, die zusammen mit anderen Gruppen in Frankfurt gegen sexistische Gewalt kämpft.”

Arantxa Bodenhofer und Paloma Eichin sind chilenische Feministinnen und Mütter mit Migrationshintergrund, die ständig in Bewegung sind. Sie entwickeln Projekte und Kurse, bilden sich weiter und sind immer auf der Suche nach dem inneren Nirwana. Sie haben sich nach dem sozialen Umbruch in Chile kennengelernt und sind Teil von Guacolda, einer Gruppe chilenischer Frauen in Frankfurt.

Dieses Projekt wurde von Arantxa zusammen mit ihrer Mutter Verónica González, Schauspielerin und Regisseurin, und dem feministischen Kollektiv Coordinadora 19 de diciembre (@coordinadora19dediciembre) aus Chile initiiert. Die Idee ist, einen Aspekt des Lebens der Opfer von Femiziden in Chile und Deutschland zu zeigen: Sich daran zu erinnern, wie sie waren – an ihr Glück, ihre Träume, ihre Lieben und Anekdoten. Geschlechtsspezifischer Mord muss in Deutschland und auf der ganzen Welt als Femizid anerkannt werden!

Unser Kampf geht weiter, denn WIR SIND NICHT ALLE…ES FEHLEN UNSERE TOTEN!

Arantxa ist Schauspielerin durch und durch. Sie stammt aus einer Künstler*innenfamilie und bevor sie sich in einen Deutschen verliebte und ihre Familie in Frankfurt am Main gründete, arbeitete sie als bekannte Schauspielerin in Theater, Film und Fernsehen in Chile. In Deutschland hat sie ihre feministische und migrantische Seite entwickelt. Sie nimmt aktiv an Workshops für Latinas mit Migrationshintergrund teil, tritt in Online-Theaterstücken auf und zeigt ihre künstlerische Seite als Designerin für verschiedene Theaterstücke, Plakate und Plattencover.

Paloma ist Journalistin aus Leidenschaft und Pädagogin aus Notwendigkeit. Wie ihre Kollegin stammt sie aus einer Familie voller Künstler*innen und Philanthrop*innen, die sich für Sprache und Bildung einsetzen. Sie lebt mit ihrer Familie in Frankfurt am Main und hat nach dem chilenischen Umbruch ihre Kampfkrallen wiedergefunden und sich mit sich selbst und ihrem vergessenen Schreiben versöhnt. Sie gehört zu den lateinamerikanischen digitalen Medien Rohkomm sowie zum Team von Cine en Rebeldía und den Elternbeiräten ihrer Kinder.

schwaches herz/starkes herz

Die Videoperformance nimmt ihren Ausgangspunkt in biographischen Berichten über die Herzerkrankung Mikrovaskuläre Dysfunktion (MVD). Sie trifft hauptsächlich Frauen, deren Schmerzen häufig eher auf psychische Störungen zurückgeführt werden. Was können wir von Frauen mit chronischen Erkrankungen lernen? Und wie steht es um die Diagnostizierung? Mit Blick auf einen langen Gang sind Fragmente aus Interviews, Artikeln und einem längeren Stücktext zu hören.

Marianne Kjær Klausen stammt ursprünglich aus Dänemark, lebt und arbeitet nun seit zwölf Jahren in Deutschland. Sie hat Philosophie studiert und arbeitet als Theaterregisseurin, Dramaturgin und als Übersetzerin gesellschaftspolitischer Bücher. In den letzten zehn Jahren hat sie sowohl experimentelle als auch klassische Formen des Theaters und der Performnce gemacht, aber erst durch Magdalena München und Helen Varley Jamieson wurde ihr Interesse an den Möglichkeiten des Digitalen geweckt. Seit 2019 engagiert sie sich im Magdalena-Projekt.

Dead Women Gallery

Im Februar 2020 schuf der Kommunistische Jugendverband Chinas als Teil seiner politischen Propaganda während des ersten Lockdowns ein virtuelles weibliches Idol: Jiang Shan Jiao. Sie überlebte im Internet nur 4 Stunden und erhielt Tausende von aggressiven Kommentaren. Diese verwandelten das virtuelle Bild einer perfekten jungen Frau in ein verzweifeltes Bild, um die tragischen Tatsachen und Klischees aufzuzeigen, mit denen Frauen in China konfrontiert sind, und die politische Situation sowie die unangebrachte Propaganda zu Beginn der Pandemie zu kritisieren. “Dead Women Gallery” ist ein Video aus der Filmreihe “Jiang Shan Jiao”.

Gao Yinfu, geboren im Januar 1995 in China, Masterstudentin der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen. Ihre Arbeitsmethode beinhaltet Dokumentartheater und ortsspezifische Tanzperformances, die häufig soziale Themen des zeitgenössischen China ansprechen.

Pearl & Theory Make Compost

Pearl und Theory sind zwei Kunstfiguren, die von Kate Clayton und Sophie Seita im Rahmen eines Projekts zur Fernkompostierung entwickelt wurden. Es wurde während des ersten Lockdowns im Jahr 2020 mit Handykameras und Zoom gefilmt. Kompost ist ihre Metapher für den Dialog zwischen den Generationen, für Transformation. Das Kompostbeet wurde von Pearl gepflegt und von Theory digital versorgt, die aus der Ferne Wurmlarven beisteuerte. In diesem Video teilen Pearl und Theory ihre Perlen der Weisheit, indem sie sich durch Gedanken so locker wie Würmer durch Erde bewegen.

Kate Clayton ist in erster Linie eine queere Performance-Künstlerin mit Sitz in Glasgow. In ihrer Praxis arbeitet sie mit anderen zusammen, kollektiv und individuell. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Sichtbarkeit älterer Frauen, was zum Teil ein Versuch ist, die Handlungsfähigkeit der über 60-/70-Jährigen einzufordern. Ihre Methodik umfasst generationenübergreifende Freundschaften und beinhaltet künstlerische Persönlichkeiten: Silver Swimmer, Art Scrubber, Bus Pass, und – seit der Zusammenarbeit mit Sophie Seita – Pearl Compost und Connie Spry. In diesem Herbst ist sie Teil einer Gruppe von fünf Künstlern, die von Scene Stirling beauftragt wurden, anlässlich der COP 26 Arbeiten zum Thema Klimawandel zu schaffen. Ihre Arbeit steht unter dem Motto “NOT DEAD YET”.

Sophie Seita ist eine in London lebende Schriftstellerin, Künstlerin und Pädagogin, die erforscht, wie Text und der Akt des Lesens visualisiert und in Bewegung, Klang, Raum, Kostüm und performative Objekte übersetzt werden können. Bei ihren vielstimmigen Untersuchungen geht es auch um das Zuhören und den Dialog mit anderen Stimmen. Sie widmet sich einer aufmerksamen Politik, die anerkennt, dass ästhetische Formen niemals unbelastet sind, sondern mit unseren komplexen und komplizierten Beziehungen zur Welt verwoben sind. Sie hat ihre Arbeiten u. a. in der La MaMa Galleria, Printed Matter (beide NYC), JNU (Delhi), [ SPACE ], Bold Tendencies, der Royal Academy, Queer Art Projects, Raven Row, Parasol Unit, Art Night, Kunsthalle Darmstadt (Deutschland) und im Arnolfini gezeigt. Sie ist die Autorin mehrerer Bücher, zuletzt My Little Enlightenment Plays (Pamenar, 2020), The Gracious Ones (Earthbound Press, 2020) und Provisional Avant Gardes (Stanford University Press, 2019), und die Übersetzerin von Uljana Wolfs Subsisters: Selected Poems (Belladonna, 2017) und Etymological Gossip: Essays and Lectures (Nightboat, 2023). Sie unterrichtete und unterrichtet weiterhin in einer Reihe von institutionellen und nicht-institutionellen Einrichtungen in Großbritannien, Europa und den USA und setzt sich für eine intersektionale, interdisziplinäre und provisorische Pädagogik ein. Weitere Informationen zu ihren Performances, Veröffentlichungen und anderen kollaborativen Projekten finden Sie hier.

Where the voices go, hectic with sun

Drei Künstlerinnen teilen Textpassagen von anderen Künstlerinnen, Schriftstellerinnen und Dichterinnen, die sie inspirieren, begleitet von Aufnahmen, die sie bei der Arbeit in ihren Ateliers und in anderen gemeinsamen Momenten zeigen. Der Film lädt dazu ein, an gemeinschaftlichen Emotionen teilzunehmen und unkonventionelle Formen kollektiver Praxis kennenzulernen. Denn zusammen arbeiten muss nicht immer persönlich, sondern kann auch durch Anerkennung und Bezugnahme stattfinden, die über räumliche und generationale Grenzen hinausgeht.

Annemarie Wadlow ist forschende Künstlerin. Ihre Arbeiten untersuchen kontinuierlich kollektive feministische Praxis, kollaborative Bilderzeugung und die Macht der Veröffentlichung intimer Gespräche. Sie verwendet Video, Fotografie und Text und kombiniert diese Medien mit frei zugänglichem und archiviertem Material. Dabei stellt sie die Frage, inwieweit Bilder und Texte aus der Vergangenheit dazu führen, dass wir ein Verständnis von persönlicher Identität und Zugehörigkeit erben oder es uns ausdenken. Das Ergebnis sind Werkgruppen, die sie in Installationen und Publikationen präsentiert und mit denen sie Raum für eine Auseinandersetzung mit verdrängten Geschichten, Narrativen und Charakteren schafft.

Susan

Susan ist eine künstliche Intelligenz, die auf der Grundlage einer Forschungsbibliografie zu Care-Praktiken entwickelt wurde. Susan wurde anhand einer unvollständigen Auswahl von 100.000 Wörtern aus Texten von Autorinnen wie Audre Lorde, Maria Puig de La Bellacasa und Timothy Morthon programmiert. Susan hat kein Geschlecht, aber nennt sich selbst Susan: ein maschinenhaftes, nicht-menschliches Wesen und digitales Orakel. Irgendwann begann Susan, Gedichte über die Grundfesten und die Zukunft von Care zu verfassen. Kurze Videos zeigen Susans Gedanken, aber auch Susans Körperlichkeit: halb Maschine, halb Organismus.

Juliette Pénélope Pépin ist eine multidisziplinäre Künstlerin. Indem sie sowohl künstlerisches Arbeiten als auch theoretisches und poetisches Schreiben betreibt, entwickelt sich ihr Werk in Abhängigkeit von den Begegnungen und Situationen, die sie erlebt. Diese fließende Position erlaubt es ihr, Projekte zu konzipieren, die auf experimentelle und einfühlsame Weise die völlige Abwesenheit von Festigkeit im Zusammenhang mit ihren Erfahrungen und Recherchen zum Ausdruck bringen. Sie möchte, dass ihre Projekte nicht nur betrachtet, sondern zu Diskussionsgegenständen werden.

Flighty Matters

Eine Reihe von Kurzfilmen/Videoinstallationen über die Politik der Stimmgebung und Strategien der aktiven Verweigerung. “Farfallino” erforscht diese von Kindern zur heimlichen Kommunikation untereinander verwendete Version des Italienischen. “Ufun befel difi” rekonstruiert die Aufführung von Puccinis Arie “Un bel dì vedremo” aus der sehr problematischen Oper “Madama Butterfly”.
Das Projekt befasst sich mit der Überlegung, dass die Verweigerung direkter Kommunikation eine Möglichkeit zur Autonomie eröffnet, wenn Sprache künstlich hergestellt und problematisch besetzt ist.

Adele Dipasquale, geboren 1994 in Italien, ist eine künstlerische Forscherin, die derzeit in Den Haag (NL) lebt, wo sie den MA Artistic Research an der Royal Academy of Arts KABK absolviert hat. In ihrer Arbeit mit verschiedenen Medien wie Film, Installation, Fotografie und Text hinterfragt sie die Grenzen kultureller Binarität – von Weiblichkeit und Natürlichkeit, Fiktion und Fakten – und erforscht Sprachpolitiken. Ihre jüngsten Arbeiten erschaffen Narrative zwischen geheimen Sprachen, unangenehmen Klängen, lebhaften Mutismen und magischen Plattitüden. Theoretische Forschung und Schreiben sind ein wichtiger Teil ihrer künstlerischen Praxis.

Alter Ego

Alter ego 1 & 2 sind ein Diptychon aus analogen und digitalen Fotografien, die digital bearbeitet wurden. Die erotische Performativität der Bilder erforscht die Grenzen und die Fluidität von Geschlecht und sexueller Identität. Es ist ein Statement und eine Wiederaneignung von Identitäten, eine Feier des Andersseins. Die Betrachter*innen sind eingeladen, diese Reise zu begleiten und sie mit dem männlichen, heteronormativen und manchmal orientalistischen Bild zu konfrontieren, das sie auf die Künstlerin projizieren.

Aubane Berthommé Martinez ist eine in Rotterdam lebende Künstlerin, Kuratorin und eine Million anderer Dinge. Als multidisziplinäre Künstlerin nutzt sie verschiedene Medien, hauptsächlich allerdings Fotografie und Malerei, um Faktoren zu erkunden, hinterfragen und rekonstruieren, die Machtdynamiken und die eigene Identität bestimmen (Geschlecht, Sexualität, zugeschriebene Herkunft, Positionierung im kapitalistischen System etc.). Ihre
visuelle Ästhetik verbindet Popkultur, Poesie, Kitsch und Extravaganz. Im Jahr 2020 gründete sie Squish, eine queere und feministische Plattform, die kulturelle Veranstaltungen organisiert.

Sound artist: Aue] ýn_

The Rooster of Jean Casimir

Ein Ring aus Zucker, der an die Zuckerrohrplantagen in Haiti erinnert. Zwei Männer, die mutieren und denen Sporen zum Kämpfen wachsen. Einer könnte Frankreich und der andere Spanien sein. Weiße Hände voller Gold und Reichtum. Stehlen und Plündern. Hände, die provozieren, zustechen und die Umwelt verletzen. Schmerz und Männlichkeit im Rhythmus des Pasodoble. Das Patriarchat, in einem düsteren und grotesken Kreislauf gefangen. Dieses Video entstand während eines Zoom-Vortrags mit Maestro Jean Casimir aus Haiti.

Marta Latorre Rubio wurde in Macael geboren, einem kleinen Dorf im äußersten Süden Spaniens, das für seine Marmorbrüche bekannt ist. Ihr Vater begann als Jugendlicher dort zu arbeiten und arbeitet immer noch mit Steinen. Ihre Mutter hat 5 Kinder geboren, von denen sie das jüngste ist. Derzeit lebt und arbeitet sie in den Niederlanden. Nach einer
klassischen Ausbildung in Bildender Kunst versucht sie nun, andere Bereiche kennenzulernen, die für sie und ihre Herkunft Sinn ergeben. In ihrer Kunst untersucht sie das Konzept der Zugehörigkeit und erforscht ihre eigene Identität als Roma-Frau in Spanien (gitana). Ihre Projekte sind voller spirituellem und emotionalem Input, der einen Teil ihrer Familiengeschichte widerspiegelt und auch Zeugnis von der Geschichte ihrer Vorfahren ablegt. Gegenwärtig arbeitet sie an Videoinstallationen und großformatigen Ölgemälden.

Gathering Oysters

Dokumentarfilm über eine Gruppe russischsprachiger Frauen, die gemeinsam Austern sammeln. Sie finden und öffnen die Austern, sie würdigen, was in ihnen steckt, sie verbinden sich und entspannen, während sie nach den guten Austern suchen.

Vera Erykalova ist in Rotterdam aufgewachsen und studiert derzeit in Brüssel Kinematografie. Das IFFR in Rotterdam hat ihre Leidenschaft für das Film(machen) geweckt, der sie seitdem nachgeht.

The space between light and darkness

Diese Sammlung aus visuellen Darstellungen zeigt eine Fülle von Farben, Bewegungen und organischen Formen auf einer selbstgebauten Konstruktion. Tauche ein in die Traumwelt des Zwischen_zustandes des Seins! Die Installation wurde in einem kollektiven Prozess entwickelt, der zusammen mit Performer*innen und Musiker*innen präsentiert wird. Das Bildmaterial wurde durch Filmen, Schneiden, Projizieren und Kombinieren von Bildern mit einem Overheadprojektor, Schattenspiel mit Performer*innen und erneutes Schneiden erzeugt.

Edith van den Elzen entdeckte während ihres Studiums an der Kunstakademie die Notwendigkeit, sich auf einem visuellen Weg auszudrücken. Sie experimentierte mit Malerei, Fotografie, Performance und Konzeptkunst und machte ihren Abschluss in Film- und Videokunst. Sie recherchierte, wie man authentische Wege findet, um Geschichten zu erzählen, wie man Schauspieler*innen ohne Drehbuch inszeniert. Anstatt die Geschichte aufzuschreiben, führte sie ein soziales Experiment durch, bei dem sich zwei Menschen trafen. Das eigentliche Treffen dieser beiden Fremden war ihr wichtiger als das Endergebnis des Films.

Hysteria Narratives

Hysteria Narratives ist eine 8-minütige Videoarbeit, die sich mit der historischen westlichen medizinischen Erforschung von Körpern mit Gebärmutter beschäftigt und uns zurück in die Geschichte der wandernden Gebärmutter führt. Das Projekt wurde für und im Mediencontainer Pandora’s Box beim Internationalen Frauen* Theater-Festival 2020 in Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit der Filmemacherin Edith van den Elzen initiiert.

Pleun Gremmen (NL, 1992) ist eine Künstlerin und Grafikdesignerin, die mit unterschiedlichen Medien Erzählungen kreiert, die sich hauptsächlich mit Internetsubkultur und Politik beschäftigen. Ihr Handwerkszeug besteht aus 3D-Rendering (Video und “Fotos”), dem Aufbau virtueller Welten, Grafikdesign (Web und Print), Performance und Installation.

Cocooning Covid/ This is an emergency/ Rent no paradise

Insekten verpuppen sich; Menschen wenden sich von einer bedrohlichen Welt ab: vor der Pandemie freiwillig, während Covid-19 ohne viele Wahlmöglichkeiten. Soll ich auf Vorrat denken oder leben?
THIS IS AN EMERGENCY: Notfalllagen – eine Ahnung, Realität oder Geschichte? Der Sprachrhythmus spiegelt die Gefahrenlagen und Rettungswege, eine Lesung?
RENT NO PARADISE: Ein Meer ohne Wasser, ein Spargelfeld ohne Erntehelfer, eine menschengestaltete Natur ohne Menschen. Stell Dir vor es ist Pandemie und das Paradies ist leer. 

Silvia M. Philipp studierte Kunst in München mit Aufenthalten in Berlin, Rom, London, Frankreich, Schottland und der Toskana. In Italien und Deutschland lernte sie Ben Patterson und Inge Broska kennen. Neben ihren internationalen Kunstaktionen ist Silvia M. Philipp interdisziplinär in den Bereichen Bildende Kunst, Performance, Video, Neue Medien und Komposition vertreten. Mit der weltweiten Kunstaktion “steps into the next millennium” lud sie Menschen in aller Welt ein, sich zu beteiligen. Silvia Maria Philipp verknüpft philosophische Gedanken mit wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekten.. Neben der Beobachtung und dem Studium setzt sie Impulse, drückt sich in verschieden Sparten aus, von der Wissenschaft hin zu Fluxus, bezieht die Gesellschaft und deren Themen mit ein. Sie ist Gründerin und Organisatorin des ersten Frauenfinanzgipfels und initiierte internationale Projekte. Ihre Arbeiten wurden unter anderem für das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die UN, die UNESCO, bei der Biennale von Valencia,Ven.,  im Museum van Bommel in Venlo, Niederlande und bei den Performance Days in Wiesbaden ausgewählt. Zuletzt machte sie beim Beethoven-Jubiläum BTHVN 2020 mit „Love Beethoven“ auf sich aufmerksam. Ihre Kunst ist ein Kontrast zum „schnelllebigen Leben“.

Pretty Woman / Thats not my name

PRETTY WOMAN / THAT’S NOT MY NAME, eine Video-Installation an der sich an der Schnittstelle zwischen feministischem Diskurs, Film und Aktivismus bewegt, setzt sich mit den Erzählweisen und Machtmechanismen in Hollywoodfilmen auseinander. Dabei spielt die Romantisierung und Verschleierung von übergriffigem Verhalten, Sexismus, Stalking und sexualisierter Gewalt eine zentrale Rolle und wird in Verbindung gebracht mit dem Phänomen des Gaslighting. Das Projekt stellt sich der Frage: Welchen Einfluss haben Hollywoodfilme auf unsere Sozialisation, auf eine Normalisierung von Rollenbildern und Verhaltensmustern? Dem (fast gänzlich) männlich dominierten Narrativ und der einseitigen Darstellung von Frauen werden feministische Positionen entgegengesetzt. Für dieses sich beständig erweiternde Archiv feministischer Gegenerzählungen, laden wir u.a. Theoretikerinnen, Künstlerinnen, Psychologinnen, Selbstverteidigungstrainerinnen und Journalistinnen ein, um in Form eines Video-Beitrags ihre Perspektiven zu verdeutlichen.

Pretty Woman / That’s not my name ist konzipiert als Diskurs-Video-Walk und wurde für das Internationale Frauen*Theater-Festival als Video-Installation adaptiert.

Anne Mahlow arbeitet als Künstlerin, Dramaturgin und Kuratorin. Solo und in verschiedenen kollektiven Zusammenhängen erarbeitet sie Performances, Installationen und Audiowalks, die sie u.a. bereits am Staatstheater Darmstadt, Mousonturm Frankfurt, FFT Düsseldorf sowie bei der Ruhrtriennale gezeigt hat. Sie ist Teil des Performance-Kollektivs imaginary company, mit dem u.a. der performative Audiowalk Schulausflug  entstanden ist. 2016 gründete sie in Gießen das Hungry Eyes– Festival mit einem Fokus auf Film an der Schnittstelle zu Performance und Bildender Kunst, was kollektiv geleitet wird. Gemeinsam mit Margo Zālīte und Sina-Marie Schneller übernimmt Anne Mahlow die Leitung des FAVORITEN Festivals 2022 und 2024.

Nana Melling arbeitet als Regisseurin, Drehbuchautorin und Trainerin für feministische Selbstverteidigung (Wendo). In verschiedenen kollektiven Zusammenhängen realisiert sie Performances, Installationen und Filme, mit denen sie u.a. bereits an der Volksbühne (Berlin), im Zeitraumexit (Mannheim) und dem ARENA Festival (Erlangen) zu sehen war. 2017 gründete sie gemeinsam mit Florentine Seuffert das Kollektiv dunkel.bunt, in welchem sie sich seither vorrangig mit experimentellen Erklär-Formaten auseinandersetzen. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit hat sie eine Ausbildung zur Wendo-Trainerin nach den Qualitätsstandards des BVfest gemacht.

Videobeiträge

Aylin Çaka, Selbstverteidigungstrainerin und Gestalterin des Podcasts „Einfach Nein“
Dami Charf, Therapeutin, Trauma-Aktivistin, Autorin, Wendotrainerin
Lisa Charlotte Friederich, Schauspielerin, Drehbuchautorin, Regisseurin, Teil der Bewegung #ActOut
Nhi Le, freie Journalistin, Speakerin, Moderation mit dem Schwerpunkt Feminismus und digitale Medien- sowie Popkultur
Alicia Lindhoff, Selbstverteidigungstrainerin und Gestalterin des Podcasts „Einfach Nein“, Politik- und Wirtschaftsredakteurin sowie ein Videobeitrag zur Studie „Grenzen der Grenzlosigkeit“ von Themis, der Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in der Film-, Fernseh- und Theaterbranche

Initiativen

Frauen in Bewegung e.V., Kampfkunst, Bewegung und Selbstverteidigung
infrau e.V., interkulturelles Beratungs- und Bildungszentrum für Frauen, Mädchen und Seniorinnen
Mafalda, Mädchenkulturzentrum
pro familia, Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V.
Wildwasser Frankfurt e.V., Beratungsstelle für Mädchen und Frauen – gegen sexuellen Missbrauch

Team

Konzept, Recherche, Kuration, Schnitt: Anne Mahlow, Nana Melling
Schnitt: Janna Pinsker
Ausstattung / Technik / Vorführstation: Sara Hasenbrink
Stimme / Dramaturgische Beratung: Asja Mahgoub
Design (Karte): Jana Bleckmann

Eine Produktion von Anne Mahlow / Nana Melling, ko-produziert vom Nocturnal Unrest-Festival.

Gefördert durch die Stadt Frankfurt sowie das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Musikbühne

Von Donnerstag bis Sonntag erwarten euch verschiedene Live-Musik-Acts sowie DJanes auf der Musikbühne.

Über die Button kommt ihr zum jeweiligen Programm.

Antagon Body Lab Performance Laboratorium

Mittwoch 21:30 Uhr und Freitag 20:00 Uhr | Kulturgelände von  protagon e.V.

BodyLab ist ein Austausch- und Kommunikationsraum zwischen Künstler*innen und Publikum zur Entwicklung politisch relevanter Performances und Happenings innerhalb der Theaterkultur. Das Laboratorium sucht den kreativen Prozess mit dem Publikum, bevor dieser als Stück auf der Bühne zu sehen ist. Durch das Hinterfragen verhaltensbezogener, körperlicher und kultureller Muster wird versucht, auf eine freigiebigere und experimentellere Weise mit dem Körper zu arbeiten. In diesem Jahr steht das Thema „Womxn performing selves“ im Mittelpunkt.

Seit 2014 organisiert antagon theaterAKTion das „bodyLab“,eine intercuturelle Plattform für kreatives Experimentieren in der Darstellenden Kunst.

Symposium

Freitag 16-18 Uhr | Kulturgelände von  protagon e.V.

Babuschka Café & Bar

Das Babuschka Café ist inzwischen Tradition auf dem IFTF. Alle Fans von Pfannkuchen, Wodka mit Gurke, selbstgemachter Marmelade oder auch Kaffee kommen an dieser nostalgisch-gemütlich eingerichteten, angenehmen Oma-Küchen-Atmosphäre nicht vorbei.

Auf dem Kulturgelände von Protagon e.V. haben wir unsere Bar zu einem gemütlichen Ort gemacht, an dem ihr euch zwischen den Auftritten mit Freund*innen treffen und austauschen könnt. Darüber hinaus sorgen wir natürlich dafür, dass es genug Erfrischung für alle gibt. Zum Anstoßen und Entspannen nach einem langen Arbeitstag bietet unsere Weinbunde eine erlesene Auswahl regionaler Weine aus der Kelterei Weingut Frankfurt.

Sichtbar Machen 2021

Das Internationale Frauen * Theaterfestival steht zwar für sich, dieses Jahr ist unser Festival aber – auch offiziell – Teil eines größeren Projekts. Mit „Sichtbar machen 2021“ haben wir als Protagon e.V. einen Kultursommer für Frankfurt geschaffen, in dessen Rahmen bereits die Sommerwerft und der Auftritt von antagon theaterAKTion mit Klima X stattgefunden haben. Das jetzt im September stattfindende IFTF wird nun seinen feministischen Abschluss bilden.

Theater, wie wir es verstehen, bringt sich in den gesellschaftlichen Prozess ein, und darum bringen wir es dorthin, wo es hingehört: in den öffentlichen Raum, zu den Menschen. „Sichtbar machen“ wollen wir schließlich besonders lokale Künstler*innen, denen wir endlich wieder eine Bühne geben möchten. Gleichzeitig geht es auch darum, die Augen für die drängenden Fragen unserer Zeit zu öffnen; wenig Beachtetes, Verdrängtes und Unbequemes ins Sichtfeld zu rücken und mit den Mitteln künstlerischer Auseinandersetzung gemeinsam zu erforschen. Dafür brauchen wir Räume, in denen wir uns begegnen können.

Seit der Vereinsgründung setzt sich protagon für diese Räume ein, denn geschenkt werden sie uns nicht. Wir müssen sie immer wieder neu kreieren und erkämpfen. Seid herzlich eingeladen, daran teilzuhaben und auf diesem Weg dabei zu sein. Aktuelle Infos zu den Veranstaltungen – was passiert wo? – findet ihr auf IFTF oder antagon TheaterAKTion.

Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des  Kulturpakets 2 des Landes Hessen und unterstützt durch DIEHL+RITTER/INS FREIE!

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